Die Spuren der Geschichte im Gedächtnis des Körpers
Kollektive Traumata wirken sich
auf Körper und Psyche aus, auch noch in der zweiten, dritten und vierten
Generation. Wenn das innere Gleichgewicht nach einer traumatischen Erfahrung
nicht wiederhergestellt wird, hält der Körper die Energie und die chemische
Belastung mit einem groβen Aufwand an Muskelspannung zurück, um nicht die
"Kontrolle" zu verlieren. Die Anstrengung
erhöht nach und nach das Ausmaß der unwillkürlichen Spannung der Muskeln und
des Bindegewebes. Chronische Schmerzen und (selbst-)zerstörerisches
Verhalten, neben vielen anderen Symptomen, sind einige der Arten, wie sich die
Spuren von Trauma in unserem Leben manifestieren. Der Versuch, das Geschehene
zu vergessen und hinter sich zu lassen, verankert das Trauma und die
Abwehrmechanismen noch mehr im Körper, die Erinnerung an die Erfahrung selbst
und an das, was wir getan haben, um uns gegen die traumatischen Auswirkungen zu
schützen. Die Kinder spüren es und stellen sich darauf ein, auch wenn sie nicht
wissen oder benennen können, worauf sie sich einstellen. Dasselbe geschieht den
Kindern der Kinder und deren Kinder...
Wir erforschen die
Empfindungen des Körpers im gegenwärtigen Moment im Kontext der Geschichte
unseres Landes und unserer Familie, um die emotionale Ladung bei der Person zu
lassen, der sie gehört, und uns um das zu kümmern, was wirklich in unserer
Reichweite liegt, um Frieden zu schaffen – zumindest in dem Teil der Welt, den
wir mit unserem Körper einnehmen.
Die
Workshop-Teilnehmer erkunden ihre Muster durch tägliche Bewegungen wie Atmen,
Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen und Atmen,
Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen und sich Mitteilen, jeder für sich in geleiteten
Sequenzen und in Experimenten mit einem Partner, in kleinen Gruppen oder in der
gesamten Gruppe. Der theoretische Teil liefert die nötige Information, um zu
verstehen, wie diese Muster entstanden sind und wie sie sich im Verhältnis
zwischen dem Körper und dem Schwerkraftfeld der Erde bemerkbar machen.
Die Spannung, die
entsteht, wenn wir im Konflikt mit der Schwerkraft leben, staut den Fluss der
Empfindungen in sich wiederholenden Mustern, die uns daran hindern, klar
wahrzunehmen, was wirklich geschieht. So werden die Gewebe, aus denen der
Körper besteht, mit ungelösten emotionalen Inhalten der Vergangenheit
durchtränkt, die knapp unterhalb der Schwelle des Bewusstseins gespeichert
sind, von wo aus sie die Sicht auf sich selbst, auf das Leben und auf die Welt
bestimmen. So wird das Trauma auf eine oder andere Art und Weise wiederholt.




