Die Spuren der Geschichte im Gedächtnis des Körpers

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Die Spuren der Geschichte im Gedächtnis des Körpers

Die Spuren der Geschichte im Gedächtnis des Körpers

Workshopleitung: Brigitte Hansmann

Kollektive Traumata wirken sich auf Körper und Psyche aus, auch noch in der zweiten, dritten und vierten Generation. Wenn das innere Gleichgewicht nach einer traumatischen Erfahrung nicht wiederhergestellt wird, hält der Körper die Energie und die chemische Belastung mit einem groβen Aufwand an Muskelspannung zurück, um nicht die "Kontrolle" zu verlieren. Die Anstrengung erhöht nach und nach das Ausmaß der unwillkürlichen Spannung der Muskeln und des Bindegewebes. Chronische Schmerzen und (selbst-)zerstörerisches Verhalten, neben vielen anderen Symptomen, sind einige der Arten, wie sich die Spuren von Trauma in unserem Leben manifestieren. Der Versuch, das Geschehene zu vergessen und hinter sich zu lassen, verankert das Trauma und die Abwehrmechanismen noch mehr im Körper, die Erinnerung an die Erfahrung selbst und an das, was wir getan haben, um uns gegen die traumatischen Auswirkungen zu schützen. Die Kinder spüren es und stellen sich darauf ein, auch wenn sie nicht wissen oder benennen können, worauf sie sich einstellen. Dasselbe geschieht den Kindern der Kinder und deren Kinder...

Wir erforschen die Empfindungen des Körpers im gegenwärtigen Moment im Kontext der Geschichte unseres Landes und unserer Familie, um die emotionale Ladung bei der Person zu lassen, der sie gehört, und uns um das zu kümmern, was wirklich in unserer Reichweite liegt, um Frieden zu schaffen – zumindest in dem Teil der Welt, den wir mit unserem Körper einnehmen.

Die Workshop-Teilnehmer erkunden ihre Muster durch tägliche Bewegungen wie Atmen, Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen und Atmen, Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen und sich Mitteilen, jeder für sich in geleiteten Sequenzen und in Experimenten mit einem Partner, in kleinen Gruppen oder in der gesamten Gruppe. Der theoretische Teil liefert die nötige Information, um zu verstehen, wie diese Muster entstanden sind und wie sie sich im Verhältnis zwischen dem Körper und dem Schwerkraftfeld der Erde bemerkbar machen.

Je nachdem, wie wir den Raum mit dem Körper einnehmen und in welchem Verhältnis wir zu den Koordinaten des Schwerkraftfeldes der Erde stehen, liefert es uns eine Energie, die uns ein Gefühl von Erhebung und Leichtigkeit in der Bewegung vermittelt, ein Gefühl von Leben und Bewegung im Einklang mit einer größeren Kraft. So haben wir die Energie und Unterstützung, selbst die schmerzhaftesten Erinnerungen bewältigen zu können. Eine Fehlstellung führt zu Unbehagen und langfristig zu Funktionsstörungen und Krankheiten.

Die Spannung, die entsteht, wenn wir im Konflikt mit der Schwerkraft leben, staut den Fluss der Empfindungen in sich wiederholenden Mustern, die uns daran hindern, klar wahrzunehmen, was wirklich geschieht. So werden die Gewebe, aus denen der Körper besteht, mit ungelösten emotionalen Inhalten der Vergangenheit durchtränkt, die knapp unterhalb der Schwelle des Bewusstseins gespeichert sind, von wo aus sie die Sicht auf sich selbst, auf das Leben und auf die Welt bestimmen. So wird das Trauma auf eine oder andere Art und Weise wiederholt.

Scheinbar bewahrt die Psyche das Trauma und die dazugehörigen Abwehrmechanismen für uns auf, bis wir reif genug sind oder genug Abstand davon gefunden haben, um uns darum kümmern zu können, anstatt dieselbe Dynamik zu wiederholen. Diese wird von Generation zu Generation weitergegeben; und so können Kinder und Enkelkinder die Spuren der Traumata ihrer Eltern und Großeltern im eigenen Körper erkennen und zu einer Lösung bringen, wozu die erste Generation keine Gelegenheit hatte, so wie wir sie heute haben. Wenn man den geschichtlichen Zusammenhang erkennt, in dem das Trauma in früheren Generationen entstanden ist, wird es möglich, die emotionale Ladung dort zu lassen, wo es hingehört, und das eigene Verhalten und die Einstellung dem Leben und dem Kollektiv gegenüber neu auszurichten, so dass sie kohärenter und den Anforderungen des gegenwärtigen Moments gerecht werden können. Wenn wir die kollektiven Traumata von Kriegen, totalitären Regimen, Terrorismus, Ausbeutung und Missbrauch angehen, in der Form, wie sie im individuellen Leben einzelner Menschen auftreten, bewirken wir nicht nur einen nachhaltigem Wandel im Leben des Einzelnen, sondern leisten auch einen Beitrag zu einer nachhaltigen Veränderung der Gemeinschaft in Richtung auf ein friedliches Zusammenlebens. Jeder Einzelne zählt.

Reflexionen zu diesem Thema im Blog "Un respiro de aire fresco": Wie kommt es, dass Menschen gerade die Dinge wiederholen, die sie eigentlich ganz anders machen wollten als unsere Vorgänger?

Das Format des Seminars liefert Erfahrungen und Kenntnisse, die für Tätige im Bereich der physichen und psychischen Gesundheitspflege, der Erziehung, der Kunst, der Unternehmensleitung, des Sports und für viele andere von Wert sind, erfordert jedoch keinerlei Vorkenntnisse. Eine grundlegende Voraussetzung ist die Bereitschaft, ein gewisses Maβ an Empfindungen zuzulassen, so daβ es möglich wird, den Fluβ der Empfindungen im Körper wahrzunehmen, unabhängig davon, ob diese nun angenehm oder unangenehm sind, und es zu lernen, den Fluβ zu regulieren, denn nur so kann man sich wirksam um die Teile seiner selbst, die im Konflikt mit den Kraftfeldern der Welt gefangen sind, kümmern. Das Seminar liefert die nötigen Werkzeuge, um diese Art der Empfindsamkeit zu entwickeln, selbst wenn die Teilnehmer viel Energie darauf verwendet haben, ihre Empfindungen zu unterdrücken und sich nicht dazu in der Lage fühlen, ihren Körper wahrzunehmen.

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